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Die Woche. Eine Geschichte in sechs Teilen

Titel: Die Woche

Pairing: FU/Rod

Rating: R

Warnings: Lime, Depri

 

Gewidmet: Meiner liebsten Anne^^

 

 

Die Woche

 

 

Montag

 

Am Montag war Rodrigo betäubt.

 

Am Montagabend hatte Jan Schluss mit ihm gemacht. Als sie alleine im Studio waren, als endlich alle anderen verschwunden waren, hatte er ihn verlassen. Einfach so. Mit dieser kalten, unbeteiligten Stimme und dem neutralen Gesichtsausdruck. Als würde ein Fremder vor ihm stehen.

Ruhig hatte er mitangesehen, wie ein Schwall von Gefühlen über Rodrigos Gesicht schoss.

Überraschung, Unverständnis (Schmerz?), Schock (Wut?), nacheinander spiegelte sich alles in Rodrigos sanften Gesicht. Dann atmete Rodrigo tief ein, alle Regung verschwand. Rodrigo senkte den Kopf, leckte sich kurz über die Lippen und murmelte ein mehr oder weniger verständliches „OK…“, bevor er ging.

Das war nicht die Reaktion, die er erwartet hatte, dachte Jan, leicht überrascht. Aber egal. Er hatte das richtige getan und er hatte es rechtzeitig getan. Er war doch, trotz allem, recht zufrieden mit sich.

 

Dienstag

 

Am Dienstag war Rodrigo verletzt.

 

Er spielte alles ein, was er musste, er sang alles ein, was er zu Singen hatte. Aber er hörte weder bei Belas, noch bei Farins Parts zu. Er fragte weder Bela, noch einen der Tontechniker wie es ihm gehen würde, er antwortete nicht auf den gewöhnlichen Smalltalk. Smalltalk konnte ganz schnell zu so gefährlichen Fragen wie „Und wie geht’s dir so, Rod?“ führen. Und er wollte diese Frage nicht beantworten. Er konnte nicht, wie Jan, jedermann mit einer sarkastischen Antwort wie „Es regnet, ich bin müde. Wenn der Tee nicht zu heiß ist, hat es sich heute wenigstens gelohnt, aus dem Bett zu kommen.“ abfertigen. Also war er einfach so kompetent wie nur möglich und versuchte den Tag zu überleben.

Ab und zu würde es passieren, dass Bela und Farin sich unterhalten würden und Rod würde dazukommen. Dann würde Jan sich umdrehen und weggehen, immer mit einer Entschuldigung. Rodrigo schaffte es nicht, einen neutralen Gesichtsausdruck zu behalten, wenn das geschah.

Jan wiederum, schaffte es nicht immer, sich sofort wieder Bela zuzuwenden, wenn sein Blick immer noch den Schmerz in Rodrigos Gesicht abspielen würde.

Plötzlich war er nicht mehr ganz zufrieden.

 

Mittwoch

 

Am Mittwoch war Rodrigo stolz.

 

Er ignorierte Fragen über seinen Zustand nicht mehr, hörte bei Farins und Belas Parts zu, so wie immer, versuchte gar nicht erst, Belas Einfällen mit Logik entgegenzuwirken. Er machte sogar Kaffee, bevor er einen weiteren Part einspielte. Er schaffte sogar ein höfliches Lachen über einen von Belas Witzen.

Er war nett zu den Tontechnikern. Aber er spielte oder sang jeden Part zweimal ein, war trotz allem viel zu ruhig, seine Antworten waren zu langsam und meist nur halbherzig. Jan wusste nicht was er mit diesem stolzen Gehabe anfangen sollte, deshalb wartete er auf Rodrigo, als dieser gerade das Studio verlassen wollte. Nun stand er vor ihm und bemerkte den Schauer, der Rodrigo den Rücken hinunterlief. Wortlos drückte er Rodrigo sein T-Shirt in die Hand, das seit zwei Tagen auf Jans Couch lag. Als Rod es ansah, erstarrte er für einen Moment, schluckte schwer und sah Jan mit einem hilflosen Gesichtsausdruck an. Dieser merkte erst da, dass er einen Fehler gemacht hatte. Rodrigos Lippen zitterten, als ob er etwas sagen wollte und Jan überlegte ob er jetzt einen Arm heben und Rod die Haare aus dem Gesicht streichen sollte.

Doch gerade als er seinem Arm den Befehl gab, sich zu heben, sah Rod zu Boden, drückte das Shirt an sich und rannte aus dem Gebäude.

Jan hatte das plötzliche Verlangen, sich eine zu knallen.

 

Donnerstag

 

Am Donnerstag war Rodrigo gedemütigt.

Er sprach kaum ein Wort, egal zu wem. Sobald er feststellte, dass er für die nächste Zeit nichts einspielen musste, verschwand er und verkroch sich auf dem Dach des Studios. Bela musste jedes Mal durch das ganze Gebäude, um zu ihm gelangen. Und er tat es mehrmals. Schließlich bekam er ein raues „Mir geht’s gut.“ für seine Bemühungen. Farin kam jede Stunde einmal und meckerte ihn wegen seines unprofessionellen Verhaltens an und verlangte, dass er sofort wieder nach unten kam. Jedes Mal bekam er dafür Blicke zugeworfen, die Fragen aufgeworfen hätten, hätte sie jemand außer Jan sehen können.

Jan spielte in der Zwischenzeit lieblos seine Songs ein. Er provozierte Rod weiterhin, bis schließlich wieder einmal sie beide alleine im Studio waren. Als Jan das merkte, sah er Rod kalt an und sagte: „Rod! Was machst du  noch hier? Verschwinde!“

Er musterte Rodrigo noch eine Weile, bevor er sich umdrehte. Rodrigo traf in der Zeit eine Entscheidung:

Er drehte sich schnell zu Jan um und küsste ihn. Es war ein sanfter, flehender Kuss. Jan war überrascht, weshalb er sich auch erst küssen ließ. Er kam wieder zu sich, als Rodrigo eine leise Frage gegen seine Lippen murmelte. Jan unterbrach den Kuss und grinste höhnisch. „Sorry, keine Zeit. Muss nach Hause…da wartet ein schönes Abendessen auf mich.“ Diese Worte waren ein härterer Schlag in den Magen als alles andere. Rodrigo zuckte zurück und sah sich um, versuchte wahrscheinlich, sich wieder zu fassen, vermutete Jan, bevor er ging. Er fühlte sich seltsam, schlecht. Fast wünschte Jan, er hätte über das Abendessen gelogen.

 

Freitag


Am Freitag war Rodrigo verzweifelt.

 

Das war das genaue Gegenteil eines ausdrucksstarken Gesichtes. Er kam pünktlich, aber jeder der ihn auch nur kurz musterte, wusste, dass man Rod heute besser nichts Zerbrechliches anvertrauen sollte.

Er weinte nicht und er hatte auch keine hysterischen Anfälle oder etwas in der Art. Aber sein bleiches Gesicht, seine zitternden Hände, die er versuchte in den Hosentaschen zu verstecken und die schimmernden, gesenkten Augen, sorgten dafür, dass er sehr vorsichtig behandelt wurde.

Farin war noch so geduldig, sich zwei hoffnungslos miese Bass-Parts anzuhören, bevor er Rod mit einem Musiklexikon in eine Ecke schickte. Überraschend war, dass Rod diesen Befehl ohne ein Widerwort befolgte.
Mittags brauchte Rodrigo dann dreimal so lange um die Hälfte seines Essens zu verspeisen. Danach versteckte er sich wieder in seiner Ecke und las weiter, obwohl er sich beim besten Willen nicht daran erinnern konnte, was er eigentlich die ganze Zeit über las.

Um Neun wurde er dann von Bela erschreckt, der ihn noch einmal besorgt ansah und dann daran erinnerte, das es schon spät sei und er sich aus seiner Höhle wagen könnte. Rodrigo schaffte ein schwaches Lächeln und nickte. Bela verließ den Raum.

Kurze Zeit später kam Jan herein, der seine Jacke suchte und überrascht war, Rodrigo noch hier zu sehen. Dieser wiederum musterte ihn eine Weile, bevor er anfing, sein Hemd aufzuknöpfen.

Nach kurzer Zeit landete es auf dem Boden.

„Warum?“ flüsterte Rodrigo leise.

Jan starrte ihn an und antwortete nicht.

„Warum?“ wiederholte Rodrigo, als er langsam seine Hose herunterzog.

„Rod. Tu das nicht.“ brachte Jan warnend heraus.
Er drehte sich hastig um und wollte gehen, aber Rodrigo war schneller. Jan dachte, dass die Ansicht von Rodrigo, nur in Shorts, der gegen die Tür knallte, bis zu den Haarwurzeln errötet, lustig sein müsste. War sie aber nicht.

„Warum?!?“ schrie Rodrigo jetzt.

 

Jan merkte plötzlich, dass er sich wahrscheinlich rechtfertigen sollte. Aber wie? Seine Zunge fühlte sich zu groß für seinen Mund an und sein Blut war, trotz der Situation, auch nicht gerade in der oberen Körperhälfte.

“Rodrigo-“

 

“Bin ich nicht attraktiv genug?”

Jan sah ihn an und überlegte, ob er antworten sollte, wurde aber glücklicherweise von Rodrigo unterbrochen, der auf ihn zukam. Aus Reflex trat Jan zwei Schritte zurück, aber Rod kam nicht näher, sondern blieb in der Mitte des Raumes stehen, die Arme ausgestreckt.

Als würde er sich bewundern lassen wollen, betrachten lassen wollen…kaufen lassen wollen? Nein. Nehmen lassen wollen. Kostenlos.

 

“Bin ich nicht attraktiv…” murmelte Rodrigo noch einmal, verwirrt und flehend. „Jeden Tag sagst du etwas über mein Aussehen. Was ist falsch? Sehe ich nicht gut genug aus? Sehe ich zu gut aus?“ Zum ersten Mal seit Tagen sah Rodrigo ihm in die Augen und zum ersten Mal überhaupt war es Jan, der Schwierigkeiten hatte, diesen Blick zu ertragen. „Habe ich dich enttäuscht?“ Rodrigos Stimme war inzwischen beinahe unhörbar. Jan schüttelte den Kopf.

„Habe ich…habe ich mich verändert? hat sich etwas verändert? Was?“

Nichts, dachte Jan. Nichts hat sich verändert.

Er sah Rodrigo nicht an. Ein einzelner Blick auf ihn, auf die fast nackte, verletzte Gestalt und er könnte sich nicht mehr beherrschen. Das durfte nicht passieren.

„Sieh mich an! Was habe ich getan???” Jan schüttelte wieder den Kopf. Er sah kurz auf und sah die Unsicherheit, die Verwirrung, die sich auf Rodrigos Gesicht widerspiegelte. „Aber…was…?“ Rodrigo sprach nicht weiter, knetete nervös seine Hände und kaute auf seiner Unterlippe herum. Er sah einem Kind nicht unähnlich, dachte ein unbeteiligter Teil in Jan. Jan hatte Rodrigo schon häufig emotional gesehen, aber nie so wie jetzt. Und dann sah Rod wieder auf, ihm in die Augen.

 

„Aber ich lie-“

Jan sprang nach vorne, mit einer Geschwindigkeit, von der er nicht wusste, dass er sie besaß. Aber das war egal, alles war besser als weiter diese Verletzlichkeit mit ansehen zu müssen, sich weiter diesem Blick aussetzen zu müssen und vor allem war alles besser als diese Worte aus Rodrigos Mund kommen zu lassen.

 

Die Worte, mit denen Jan nicht zurechtkommen konnte. Nicht zurechtkommen wollte.

 

Also drückte er Rodrigo an sich und presste ihre Münder aufeinander, um etwas zu formen, dass man erst nach einiger Zeit als Kuss bezeichnen konnte. Er hielt ihn, drückte ihn an sich, hauptsächlich um Rodrigo daran zu hindern, auch nur daran zu denken, etwas zu sagen. Deswegen strich er durch das dunkle Haar, deswegen griff er nach Rodrigos Händen, deswegen ließ er sich gegen die Fensterscheibe fallen und schlang einen Arm um Rodrigos Hüfte.

 

Rodrigo war still, was auch daran lag, dass er im Moment mit Jans Zunge in seinem Mund zu kämpfen hatte. Und dann, ganz langsam, begann er zögerlich, den Kuss zu erwidern und dann, nicht ganz so langsam, begann er den Kuss richtig zu erwidern. Er klammerte sich an Jan, zog an seiner Kleidung, zerriss sie stellenweise und küsste und wollte und weinte und klammerte sich immer noch an Jan, schluchzte in den Kuss, vor Verlangen, dass ein bloßer Lover nicht mehr befriedigen konnte.

Als Jan das merkte, sammelte er seine ganzen Kräfte und legte seine Hand auf Rodrigos Brustkorb, spürte noch das wild klopfende Herz und drückte langsam, brach den Kuss so sanft wie nur möglich.  Er konnte so etwas einfach nicht. Als Rodrigo dann die Augen öffnete, noch verunsicherter als jemals zuvor, legte Jan eine Hand in seinen Nacken und küsste ihn sanft, noch einmal und noch einmal und noch einmal, ließ Rodrigo nicht zurückküssen, drückte ihn weiter weg und hörte nicht auf, ihn mit Küssen zu überschütten.

Schließlich war Rodrigo eine Armlänge von ihm entfernt. Mehr gab es nicht zu sagen oder zu geben. Draußen regnete es, Tropfen fielen auf die Fensterscheibe, spiegelten sich auf Rodrigos Gesicht, so dass es aussah, als würde er weinen. Jan weigerte sich, eine andere Möglichkeit in Betracht zu ziehen.

Dankbar dafür, dass Rodrigo sein Gesicht nicht sehen konnte, drehte er sich zum Fenster um, um Rodrigo ein wenig Privatsphäre zu geben. Er hörte keine Kleidung rascheln und er hörte nicht, wie Rodrigo den Raum verlies. Jan hörte überhaupt nichts.

Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte er sich mies. Zum ersten Mal in einer sehr langen Zeit, schämte er sich für seine Taten.

 

 


Am Samstag kam Rodrigo nicht ins Studio.

 

ENDE

20.1.09 21:50
 


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